Handlung (DE)

1. Akt: Kirmes in Jalhay, Sommer, August 1870
Eine Kapelle spielt von morgens bis in die Nacht hinein.
Die 24jährige Marie Solheid beobachtet das ausgelassene Treiben.
Hier findet der ein oder andere die große Liebe oder zumindest einen zukünftigen Mann. Marie hat keinerlei Ambitionen und auch kein Interesse zu tanzen, als plötzlich ein Mann, François Reiff den Saal betritt und sie zum Tanz auffordert.
Es ist Liebe auf den ersten Blick.
Unter dem Tosen eines aufziehenden Gewitters, stimmt Marie François Heiratsantrag zu. Das Donnergrollen des Wetters wandelt sich zum Schrei.

2. Akt: Café Mixhe in Jalhay, 21. Januar 1871 ein sonniger, eiskalter Wintertag
Marie und François haben geplant, sich morgens in Café Mixhe zu treffen, um an diesem Tag die Hochzeitspapiere Maries in Xhoffraix zu Fuß abzuholen.
Maries Bruder Lambert arbeitet im Café als Kellner. François ist verspätet. Lambert versucht Marie von der Idee abzubringen, die Wanderung bei Schnee durch das Venn anzutreten.
Als François erscheint, sind beide nicht mehr umzustimmen. Blind vor Liebe möchten sie keinen Moment mehr warten.
Lambert ermahnt sie, doch wenigstens Proviant vorzusehen. Sie hören nicht auf ihn und machen sich auf den Weg.
Im Abschied bemerkt Lambert eine unheimliche Kälte. Ihm wird klar, dass eine andere Macht nun das Sagen hat.

3. Akt: Der Weg
Es schneit im Venn.
Die Hüterin von Schnee und Eis genießt die Kälte und wartet ungeduldig auf die Ankunft des verliebten Paars.
Marie und François erreichen den Eingang des Venns und sind bezaubert von der Schönheit des weißen Moors.
Guten Mutes betreten sie die unberührte Schneefläche und toben ausgelassen im Schnee. Jedoch unter dem Eis wartet eine mörderische Gefahr.

Pause
4. Akt: Der Sturm
Groß und prächtig zeigt sich die Göttin des Wetters über dem Venn.
Sie tobt und lässt die Flocken tanzen, die sich zu einem eisigen Schneesturm verdichten.
Das Moor wird bedrohlich für alle, die sich um diese Jahreszeit dorthin verirren.
Die Landschaft hat ihre Lieblichkeit verloren und sich in eine tödliche Falle verwandelt.
Das Paar zweifelt an seinem Plan. Für eine Rückkehr ist es zu spät.
Blind und verängstigt versinken sie in den Schneemassen, bis das Wetter sie voneinander trennt.
Stolz tritt die Göttin des Wetters vor François, denn mit ihm hat sie Großes vor: Wenn er dies nur erkennen würde! Im Glauben, seine Geliebte retten zu können, trifft François eine Entscheidung.
Doch das Wetter kennt keine Gnade; weder mit der verzweifelten Marie, die um ihre Hoffnung und ihre Liebe kämpft, noch mit François.

Eiskalt ist ihre Rache und grausam verlangt sie ihre Opfer.

5. Akt: 2 Monate später. Frühlingsbeginn
Der Schnee ist geschmolzen.
Die Luft ist warm und die ersten Frühlingsblumen bedecken das Moor.
Lambert, wahnsinnig durch den Verlust seiner Schwester, irrt durch das verschneite Venn und ruft Maries Namen.
Eine unscheinbare Gestalt bietet ihm Trost an, doch Lambert erkennt die Kälte der Mörderin in ihrem Gesicht.
Er fasst den Entschluss, Marie und François ein Kreuz setzen zu lassen, als Zeichen und Mahnmal für alle, die das Wetter in dieser Gegend unterschätzen.

Das bittere Schicksal von François und Marie und ihre Vereinigung an diesem Ort, lässt noch heute viele Menschen „Das Kreuz der Verlobten“ besuchen.